Die Krebsallianz hat einen Forschungszuschuss in Höhe von 5000 € an den wissenschaftlichen Leiter des Forschungsinstituts Kinderkrebs-Zentrum Hamburg am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Herrn Prof. Dr. Horstmann und sein Team vergeben.
Die Forschungsaktivitäten von Prof. Horstmann konzentrieren sich auf die Biologie akuter Leukämien des Kindesalters und auf grundlegende Mechanismen der genomischen Stabilität der Zelle. Darüber hinaus beschäftigen sich seine wissenschaftlichen Arbeiten mit der Signalübermittlung bei akuten Leukämien und malignen Tumoren. Ziel dieser Arbeiten ist es, ein neues Verständnis der molekularen Grundlagen von Krebserkrankungen zu schaffen, das in die Diagnose, risikoangepasste Behandlung und Prävention bei Kindern einfließen wird.
Die akute lymphatische Leukämie (ALL) ist eine genetische Erkrankung weißer Blutzellen. Die Erbinformation – der genetische Code – in diesen Zellen ist auf vielfältige Weise grundlegend gestört. Ein wesentliches Merkmal der ALL ist die zahlenmäßige Veränderung des Chromosomensatzes. Während unter normalen Bedingungen jedes der 23 Chromosomen in unseren Körperzellen in zweifacher Kopie vorliegt, enthalten leukämische Lymphoblasten einzelne oder mehrere Chromosomen in drei- bis vierfacher oder auch nur einfacher Zahl. Auf diese Weise können Tausende unterschiedlicher Merkmale durch Veränderungen ihrer Gendosis in leukämischen Zellen betroffen sein. Es entstehen in ihrer Komplexität nicht mehr zu überschauende Störungen des zellulären Gleichgewichts, die die bösartige Umwandlung einer Zelle auslösen
Das Forschungsteam widmet sich nun der grundlegenden Frage, wie die strikten Qualitätskontrollen während der Zellteilung der Lymphoblasten im Kindesalter unterlaufen werden können, so dass sich der gesamte Chromosomensatz in so gravierender Weise verändert. Obwohl die abnorme Chromosomenzahl in leukämischen Lymphoblasten eines der augenfälligsten Merkmale ist, sind die Grundlagen ihrer Entstehung wenig erforscht. Da nahezu jedes Chromosom betroffen sein kann, muss eine übergeordnete Störung als Ursache vorliegen. Die Kenntnis des zugrunde liegenden Mechanismus der Zellteilungsstörungen ist die Voraussetzung für gezielte vorbeugende oder therapeutische Maßnahmen.
Die von der Krebsallianz bereitgestellten Mittel sollen deshalb zum Kauf eines Immunofluoreszenzmikroskops verwendet werden, mittels dessen sich Genverluste und chromosomale Störungen darstellen lassen.

